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NAP-Monitoring unterfüttert Engagement der Unternehmen mit Fakten
19.07.2019
Bis 2020 müssen alle Unternehmen mit über 500 Beschäftigten in Deutschland ihrer unternehmerischen Sorgfaltspflicht für die Einhaltung von Menschenrechten nachkommen. Nun beginnt die Bundesregierung mit der Bestandsaufnahme. Über das Monitoring haben wir mit Katharina Hermann, der Leiterin des NAP Helpdesk für Wirtschaft und Menschenrechte bei der Agentur für Wirtschaft & Entwicklung (AWE) gesprochen.
BVE: Wo steht die Bundesregierung mit dem NAP Monitoring?
Katharina Hermann: Die Bundesregierung startet Ende Juli mit dem Monitoring und der damit verbundenen Frage, wo Unternehmen beim Thema menschenrechtliche Sorgfalt stehen. In wenigen Wochen fragt ein Dienstleister-Konsortium im Auftrag der Bundesregierung unter der Leitung der Ernst & Young GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (EY) den aktuellen Stand der NAP-Umsetzung bei deutschen Unternehmen mit über 500 Mitarbeitern ab. 2019 und dann nochmal 2020 werden jeweils ca. 1800 Unternehmen befragt.
BVE: Was ist das übergeordnete Ziel des Monitorings?
Katharina Hermann: Im Jahr 2020 soll eine umfassende Auswertung des Umsetzungsstandes der menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht durch in Deutschland ansässige Unternehmen vorliegen. Auf dieser Grundlage möchte die Bundesregierung besser entscheiden können, ob und wenn ja, in welcher Form es verbindliche Regelungen für Unternehmen braucht. Wenn also bis 2020 die Hälfte der in Deutschland ansässigen Unternehmen mit mehr 500 Beschäftigten die im NAP verankerten Prozesse nicht umsetzen, hat sich die Bundesregierung vorbehalten, weitergehende Schritte bis hin zu gesetzlichen Maßnahmen zu prüfen.
BVE: Wie erfolgt das Monitoring und warum ist es so wichtig?
Katharina Hermann: Das NAP Monitoring ist in seiner Breite und Tiefe weltweit einmalig. Es bietet die Gelegenheit, die Diskussion um die menschenrechtliche Sorgfalt durch Fakten zu unterfüttern. Damit können Lernprozesse und Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen zielgerichtet ausgestaltet werden. Die Anforderungen des NAP werden mittels Fragebogen erhoben, der auch Spielraum für Kommentierungen zulässt.
BVE: Mit welchen Fragen können sich Unternehmen an den NAP-Helpdesk wenden?
Katharina Hermann: Allen Unternehmen steht der „NAP-Helpdesk bei der Agentur für Wirtschaft & Entwicklung“ bei Fragen zum Monitoring und zur Umsetzung des NAP offen. Dies ist ein Unterstützungs- und Informationsangebot der Bundesregierung. Unternehmen werden vertraulich und bedarfsgerecht zur Umsetzung der Anforderungen im NAP beraten. Das Angebot ist kostenfrei. Die Beratung erfolgt meistens in einem persönlichen Gespräch, gern auch in Unternehmen. Beraten werden alle Branchen. Zusätzlich haben wir in Zusammenarbeit mit der BVE speziell für die Ernährungsindustrie ein branchenspezifisches Beratungsangebot, das Unternehmen seit Kurzem zur Verfügung steht. Für die Risikoerkennung steht ihnen z.B. auch der CSR Risiko Check auf unserer Website zur Verfügung, den wir gemeinsam mit MVO Nederlands und UPJ e.V. für deutsche Unternehmen umgesetzt haben.
Weitere Informationen:
FAQ:
https://www.wirtschaft-entwicklung.de/nachhaltigkeit/fragen-antworten-zum-nap-monitoring/
CSR Risiko Check:
https://www.wirtschaft-entwicklung.de/nachhaltigkeit/csr-risiko-check/
Zu erreichen ist der NAP Helpdesk unter:
Tel.: 030-7262-5695 oder -5696
Mail:
naphelpdesk-ernaehrung@wirtschaft-entwicklung.de
www.wirtschaft-entwicklung.de/nachhaltigkeit