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Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat die...

„Das Image ist hervorragend“

22.10.2018
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2017 exportierten deutsche Unternehmen Lebensmittel im Wert von 59,8 Milliarden Euro. Für viele Unternehmen ist ein Engagement im Export ein wichtiger Schritt, dem harten Preiswettbewerb in Deutschland zu entkommen. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen haben so die Chance, sich im Wettbewerb um die begrenzten Plätze auf den Listen der heimischen Handelsunternehmen ein Stück Unabhängigkeit zu bewahren. Wir haben mit Holger Hübner, Geschäftsführer der German Export Association for Food and Agriproducts e. V. (GEFA), über die Chancen von KMUs und darüber, welche Unterstützung sie brauchen, gesprochen.


„Export braucht Strukturen“

Der Schritt ins Exportgeschäft ist gerade für KMUs eine große Herausforderung, denn ein erfolgreiches Exportgeschäft setzt bestimmte Strukturen voraus, die in kleinen Unternehmen so häufig nicht vorhanden sind. Von rund 6.000 Unternehmen in der deutschen Ernährungsindustrie seien nur 50 Prozent so aufgestellt, dass sie ihre Produkte ins Ausland exportieren können, schätzt Holger Hübner, Geschäftsführer der German Export Association for Food and Agriproducts (GEFA). Etwa 1.400 Unternehmen betreiben laut Zahlen der GEFA das Exportgeschäft regelmäßig, 90 Prozent davon sind klein und mittelständisch strukturiert. Die GEFA hat sich darauf spezialisiert, Unternehmen im Export zu unterstützen. Sie ist Türöffner auf Auslandsmessen, stellt Kontakte zu Importeuren vor Ort her und liefert Markt- und Konsumentendaten. „Wir ermutigen die Unternehmen, den Schritt ins Ausland zu machen, denn neben einem neuen Absatzmarkt eröffnet das Exportgeschäft neue Horizonte. Gerade KMUs profitieren davon. Eine neue Sichtweise auf das eigene Produkt, neue Trends auf dem Markt und Inspiration fließen zurück ins Unternehmen“, erläutert Hübner. Allerdings sieht er auch die Herausforderungen. Manchmal seien die Vorstellungen bei den Mittelständlern etwas schief: Einmal einen Kontakt machen und dann ein Leben lang Produkte liefern – so funktioniere Export nicht. China sei hier das beste Beispiel. „Hier sind die Dynamik der Märkte, die gestiegenen Anforderungen der Geschäftspartner und die Fluktuation bei den Ansprechpartner so hoch, dass ein Unternehmen vor Ort präsent sein sollte, um mittelfristig erfolgreich am Markt bestehen zu können“, so Hübner.


KMUs im Auftrag für Frieden und Wohlstand

Neben der GEFA unterstützt auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) die Unternehmen. Bundesministerin Julia Klöckner betont immer wieder, dass der Handel ein Garant für Frieden und Wohlstand sei. Das BMEL-Auslandsmesseprogramm und Unternehmerreisen sollen den Unternehmen Wege ebnen. Fragt man Holger Hübner, wie die Bundesregierung gerade KMUs noch besser unterstützen kann, fällt ihm sofort die Bürokratie ein. „Auch das Antrags- und Abrechnungssystem überfordert so manche antragstellende Organisation“, erläutert Hübner. Alles in allem ist er aber zufrieden und lobt das Engagement des BMEL. Größer sei der politische Wille, insbesondere KMUs in einen globalen Markt zu bringen, nur in Bayern. Mehr als der Bund lässt es sich die bayerische Staatsregierung kosten, die Türen für bayerisches Bier und andere beliebte Produkte für die Welt zu öffnen. Die Unterstützung in den übrigen Bundesländern sei da verhaltener, so der GEFA-Chef.

Die Chancen stehen also gut, beim nächsten Urlaub wieder auf ein bekanntes Produkt aus Deutschland zu treffen. Denn: Auch die Einheimischen mögen Lebensmittel „Made in Germany“. Das Image im Ausland ist hervorragend, weiß Holger Hübner. Neben Qualität und Sicherheit der Produkte werden auch deutsche Unternehmensvertreter wegen ihrer Zuverlässigkeit und Seriosität als Geschäftspartner sehr geschätzt.