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Pressemitteilungen

10.09.2019, Köln/Berlin

Ernährungsindustrie zieht positive Halbjahresbilanz – Erwartungen sind jedoch verhalten

Die Halbjahresbilanz der Ernährungsindustrie fällt positiv aus. Nach der...
03.09.2019, Berlin

BVE-Konjunkturreport Ernährungsindustrie 08-19

Konjunktur
Die deutsche Ernährungsindustrie musste im Juni 2019 einen...

Terminkalender

05
-
09
Okt
05.-09.10.2019, Köln, Halle 10.2, A040-C049

Anuga

Die Anuga in Köln ist die internationale Leitmesse der Lebensmittel- und Getränkewirtschaft.
07
Okt
07.10.2019 09:30 - 17:00 Uhr, Kölnmesse Nord, Rheinsaal 1-4

5. Innovation Food Conference auf der Anuga 2019

BVE-HGF C. Minhoff ist einer der Redner auf der 5. Innovation Food Conference am 7. Oktober 2019 in Köln im Rahmen der Anuga.
07
Okt
07.10.2019 11:30 - 12:30 Uhr, Anuga, Koelnmesse, Halle 10.2, Stand A040

Anuga-Lunchtalk: Grüner verpacken - Wege aus der Abfalldiskussion

Das Thema Nachhaltigkeit steht bei Handel, Konsumgüterindustrie und Verpackungsbranche ganz oben auf der Agenda. Herzliche Einladung zum Anuga-Lunchtalk am BVE-Messestand, Anuga, Halle 10.2., Stand A040

„Wer den Weg in die digitale Welt sowohl logistisch als auch im Marketing verschläft, hat schlechte Karten“

23.02.2019
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Unter dem Motto „Chancen nutzen. Digitalisierung gestalten.“ findet am 28. März 2019 der „Unternehmertag Lebensmittel“ in Köln statt. Prof. Dr. Nassehi, Soziologe an Ludwig-Maximilians-Universität München, ist als Keynote-Speaker eingeladen und wird in seinem Vortrag über Chancen und Möglichkeiten der Digitalisierung sprechen. Im Vorfeld hat er uns im Interview bereits einige Fragen zu diesem Thema beantwortet.

BVE: Auf unserem diesjährigen Unternehmertag sprechen Sie über die digitale Gesellschaft. Wie digital ist die Gesellschaft denn?

Prof. Dr. Armin Nassehi: Das kommt immer darauf an, was man damit meint. Zunächst muss man sagen, dass es so gut wie keinen Bereich in der Gesellschaft mehr gibt, der nicht durch digitale Technologie wenigstens teilweise gesteuert ist. Aber unsere Gesellschaft ist aufgrund ihrer Komplexität schon von sich aus „digital“ – man kann sie gar nicht verstehen, wenn man sie nicht nach Mustern durchforscht, wenn man nicht nach Regelmäßigkeiten sucht, die man mit bloßem Auge nicht sieht. Das ist es, was man „digital“ nennen kann. Und das gilt für alle Lebensbereiche: Man kann heute ohne dies weder Märkte verstehen noch Verwaltungen betreiben, keine Forschung machen und auch keine moderne Medizin.

BVE: Je nach Kontext kann die Digitalisierung verteufelt oder vergöttert werden. Gemäßigtere Stimmen sehen in ihr hingegen einfach ein Mittel, um den Anforderungen unserer Gesellschaft gerecht zu werden. Inwieweit ist sie der Motor unserer gesellschaftlichen Veränderungen oder umgekehrt die Antwort auf diese?

Prof. Dr. Armin Nassehi: Verteufelung und Vergötterung sind immer unrealistisch. Man muss sich klar machen, dass die Digitalisierung eine Technik ist, mit der man Ziele erreichen kann. Welche Ziele das sind, darüber kann man entscheiden. Zugleich muss man aber sehen, dass diese Technik neben ganz neuen Lösungen auch neue Herausforderungen erzeugt: Wie gehen wir mit Kontrolle um? Wer darf über welche Daten verfügen? Was bedeutet die Konzentration von Daten in wenigen Händen? Wie werden sich Wertschöpfungsketten verändern? Solche Fragen mussten immer gestellt werden, wenn fundamental neue Techniken entstanden sind – und immer gab es Anpassungsprobleme, zum Teil auch Unverständnis, zum Teil auch unrealistische Erwartungen. Mit der Zeit wurden diese neuen Techniken aber stets Teil eingespielter Routinen. Gesellschaften sind ziemlich kreativ, wenn es darum geht, mit solchen Herausforderungen umzugehen.

BVE: Deutschland wird häufig als digitales Entwicklungsland betitelt und bietet dementsprechend noch viel Raum für eine erweiterte Nutzung digitaler Technologien. Wo sehen Sie die größten Chancen, die die Digitalisierung ermöglicht?

Prof. Dr. Armin Nassehi: Was Entwicklung und Forschung angeht, ist Deutschland ziemlich weit vorne. Was Infrastrukturen angeht, sind wir nicht auf dem neuesten Stand. Politisch muss man verstehen, dass eine angemessene digitale Infrastruktur nicht nur heißt, dass man seine Netflix-Filme schneller laden kann. Solche Infrastruktur ist für die wirtschaftliche Entwicklung ebenso wichtig wie Straßen- und Schienenwege oder die Energieversorgung. Man muss – gerade was den Handel angeht – sich an die Formel gewöhnen: Wer den Weg in die digitale Welt sowohl logistisch als auch im Marketing verschläft, hat schlechte Karten.

BVE: Ernährung ist stets zentral für jeden Menschen und jede Gesellschaft. Welche Bedeutung hat die Digitalisierung in Hinblick auf den gesellschaftlichen Aspekt von Essen?

Prof. Dr. Armin Nassehi: Nun, man kann sich den Salat oder den Wein noch nicht herunterladen – aber sowohl Produktion als auch Distribution, Marketing und Handel sind gerade in der Lebensmittelbranche essentiell. Lebensmittel und Essen gehören zu den wichtigsten Identitätsmarkern in modernen Lebensformen – und sie sind aufgrund der kurzen Aufbewahrungszeit der meisten Produkte auf Schnelligkeit und Just-in-time-Lösungen angewiesen. Ersteres erfordert eine angemessene Strategie der Präsentation und des Angebots im Netz, auch wenn gerade Lebensmittel immer auch analog angeboten werden wollen. Aber die Information und das gesamte kulturelle Umfeld muss heute im Netz transparent sein. Zweiteres erfordert eine besondere logistische Leistung, die heute ohne digitale Lösungen gar nicht mehr zu bewältigen ist.

Im Zentrum des diesjährigen Unternehmertages stehen die digitale Transformation der Ernährungsindustrie und das neue Miteinander von Herstellern und Handel durch Digitalisierung. Zur Anmeldung geht es hier.