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go2market: Ein Supermarkt voller Innovationen

31.08.2021
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Im Kölner Supermarkt „Go2Market“ dürfen Kunden Produkte der Zukunft testen. Hier stehen Artikel im Regal, die es im regulären Handel noch gar nicht gibt. Jedes Zugreifen wird von Kameras registriert und ausgewertet. Nach dem Kauf können die Kunden die Produkte testen und hinsichtlich Geschmack, Verpackung und Preis bewerten und den Unternehmen so wichtige Erkenntnisse liefern. Viel Hightech wie ein Roboter, intelligente Regale und Soundduschen gehören ebenfalls zum Repertoire des Marktforschungssupermarktes.

Wer den Kölner Supermarkt „Go2Market“ betritt, wird vom Roboter Temi zu den Einkaufskörben begleitet. Auf Wunsch gibt er Auskünfte zu einzelnen Produkten. Währenddessen passt eine intelligente Soundanlage die Musik dem Alter und Geschlecht des Kunden an. Nun kann geshoppt werden. Auf einer Fläche von 400 Quadratmetern gibt es rund 350 Produktinnovationen von 120 Herstellern. Besonderheiten wie Smoothies für Hunde, Pasta mit Grillenmehl oder Sauerkraut-Chips gehören ebenso zum Sortiment wie Salami, Käse oder Fliegenfallen.

Große Unternehmen testen hier nicht nur neue Produkten und Geschmacksrichtungen, sondern auch unterschiedliche Verpackungen und Preise. Bei Artikeln, die es bereits im Handel zu kaufen gibt, die aber wenig beachtet werden, können Schwachstellen abgeklopft werden. Stimmt der Preis? Ist die Verpackung geeignet? Auch Produkte, die in anderen Ländern bereits erfolgreich sind, werden hier auf die Probe gestellt. Start-ups können herauszufinden, bei welcher Neuheit sich eine Vermarktung lohnen würde.

Treffsicher in den Handel

„Jedes Jahr kommen in Deutschland mehr als 100.000 neue Produkte in den Handel, davon bleiben aber nur fünf bis zehn Prozent längerfristig gelistet“, sagt Go2Market-Gründer Thomas Perdolt und begründet das damit, dass Hersteller zu wenig über ihre Zielgruppe wissen. Während bei der klassischen Markforschung immer auch die soziale Erwünschtheit hineinspiele, bilde der Testsupermarkt die reale Einkaufwelt ab. Einige Tage nach dem Einkauf können die Kunden gegen einen Bonus alle Produkte hinsichtlich Geschmack, Qualität, Verpackung und Preis bewerten. Zudem geben sie an, ob sie die Artikel erneut kaufen würden. Perdolt erhofft sich mit seinem Konzept mehr Treffsicherheit für die Unternehmen.



Neben den konkreten Daten registrieren über 60 Kameras und Bewegungssensoren die Handlungen der Kunden im Laden: Vor welchen Regalen bleiben sie stehen, welche Produkte schauen sie sich genauer an, welche kaufen sie und welche legen sie zurück? Sogenannte Soundduschen setzen Artikel zusätzlich in Szene. So kann es beispielsweise passieren, dass am Regal mit den Fruchtfliegenfallen ein Summen ertönt. Im gesamten Supermarkt sorgt ein spezieller Duft dafür, dass sich die Kunden wohlfühlen.

3.000 aktive Mitglieder

Wer im Go2Market einkaufen möchte, muss sich in einer App registrieren und neben Alter und Geschlecht auch den Bildungsgrad, das Haushaltseinkommen und den Familienstand angeben. Die Warteliste ist lang. Maximal 3.000 registrierte Mitglieder können das Angebot nutzen. Sie bilden einen Querschnitt der Bevölkerung ab. Entspricht man den gewünschten Kriterien und wird aufgenommen, kann man zwischen drei Modellen wählen: Eine Jahresmitgliedschaft kostet 12,90 Euro im Monat, ein halbes Jahr 14,90 Euro und drei Monate gibt es für 16,90 Euro monatlich. Im Gegenzug bekommt jedes Mitglied einen monatlichen Einkaufsgutschein im Wert von 55 Euro. Bezahlt wird auch via App, nachdem der Kunde die Barcodes der Produkte selbst gescannt hat. Alle Daten werden anonymisiert an die Unternehmen weitergeleitet.

Der Kölner Go2Market wird Gründer Perdolt zufolge der einzige seiner Art in Deutschland bleiben. Einen weiteren gibt es bereits in Wien. Bis 2024 plant das Unternehmen zehn zusätzliche Standorte in Europa, um so auch länderübergreifende Tests durchführen zu können.