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12.08.2022, Berlin

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Auf Grundlage einer aktuellen Branchenbefragung erklärt Peter Feller,...
05.08.2022, Berlin

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10 Jahre IPD - Mit Importförderung zu nachhaltigen Lieferketten und neuen Märkten

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"Wenn wir den Schritt nicht wagen, vergeben wir eine große Chance."

04.07.2022
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Die CRISPR/Cas9-Methode hat die Gentechnik revolutioniert. Nun könnte eine deutsche Genschere die Genom-Editierung vorantreiben. Die BRAIN Biotech AG hat eine Alternative entwickelt. Wir stellen 5 Fragen an Dr. Michael Krohn, Executive Vice President und Head of Research & Development bei der BRAIN Biotech AG.

BVE: Dr. Kohn, was ist CRISPR-Cas?

Dr. Michael Krohn: Es handelt sich um eine molekularbiologische Methode, mit der ein Genom ortsspezifisch verändert werden kann. Da das System eine Nuklease enthält, mit der die DNA an einer bestimmten Stelle geschnitten wird, hat sich für diese Art der Genom-Editierung der Begriff „alternative Genschere“ etabliert.

BVE: Warum braucht es alternative Genscheren?

Dr. Michael Krohn: Organismen mit besseren Eigenschaften zu züchten, war schon immer Ziel von Pflanzen- oder Haustierzüchtern. Seit vielen Jahren hilft man in bestimmten Bereichen nach. Klassische Ansätze zur Genveränderung mit Chemikalien oder durch Bestrahlung sind allerdings unspezifisch. Äußerliche Erscheinungsmerkmale lassen zwar Rückschlüsse auf eine „erfolgreiche“ Genveränderung zu, aber zusätzliche, unerwünschte Genomveränderungen können unbeachtet fortdauern. Das Genom-Editing mit dem CRISPR-Cas-System erlaubt es dagegen, genomische DNA präziser an festgelegten Stellen zu verändern. Sogenannte „Off-Target-Effekte“ lassen sich so immer besser minimieren.

BVE: Werden Ihre Nukleasen bereits eingesetzt?

Dr. Michael Krohn: Wir setzen unsere BEC-Nuklease bereits in Kundenprojekten ein und nutzen sie für eigene Entwicklungen. Hierbei geht es momentan v.a. um Anwendungen im mikrobiellen Bereich, wie die Optimierung mikrobieller Produktionsstämme, die bei der Präzisionsfermentation eingesetzt werden.

BVE: Welches Potenzial hat die Technik für die Herstellung von Lebensmitteln?

Dr. Michael Krohn: Angesichts der wachsenden Weltbevölkerung brauchen wir „alternative Proteine“. Produziert werden sie z.B. in Fermentationsverfahren mit lebensmittelkonformen Mikroorganismenstämmen. Mit unserer eigenen CRISPR-Cas-Technologie auf Basis der Nukleasen „BRAIN-Engineered-Cas“ (BEC) und BRAIN-Metagenom-Cas (BMC) werden wir gängige Produktionsstämme so optimieren, dass sie bestimme Proteine in einer industriellen Menge produzieren. So werden wir z.B. mit Formo einen Mikroorganismenstamm für die Produktion eines bioidentischen Milchproteins „fit“ machen.

BVE: Was entgegnen Sie Skeptikern des Verfahrens?

Dr. Michael Krohn: In meinen Augen ist nicht die Technik an sich zu bewerten, sondern das, was wir damit tun. Sie für die Entwicklung von Impfstoffen oder Arzneimitteln einzusetzen, akzeptieren wahrscheinlich viele, weil der Nutzen im Auge des Betrachters alternativlos ist. Sie für die Optimierung von Nutzpflanzen einzusetzen, hat dagegen noch nicht die Akzeptanz, die es bräuchte, obwohl wir mit der Genschere Pflanzen für erwartete extreme Wetterbedingungen fit und ertragreich machen können. Eine Risiko-Folgen-Abschätzung wird auch bei dieser neuen Technologie begleitend notwendig sein. Doch wenn wir den Schritt nicht wagen, vergeben wir eine große Chance! In Asien und den USA ist man diesem technologischen Fortschritt gegenüber – wieder einmal – aufgeschlossener.

Vielen lieben Dank für das Interview!