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Pressemitteilungen

28.02.2019, Beriln

BVE-Konjunkturreport Ernährungsindustrie 02-19

Konjunktur
Im Dezember 2018 erwirtschaftete die deutsche...
27.02.2019, Berlin

Mit Augenmaß und Fakten zu einer intelligenten Plastikreduktion

Anlässlich des heutigen Runden Tisches mit Bundesumweltministerin Svenja...

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FEI-Kooperationsforum 2019 "Innovative Fermentationsprozesse für Lebensmittel"

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Vietnam: Food & Hotel Vietnam 2019

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat die...

Brexit: Unternehmen bereiten sich auf den schlimmsten Fall vor

05.03.2019
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Es sind noch wenige Wochen bis zum 29. März 2019 – dem Stichtag des Brexits. Weiterhin ist völlig unklar, ob Großbritannien die EU an diesem Datum mit einem gemeinsamen Abkommen verlässt, der sogenannte harte Brexit ohne entsprechendes Abkommen eintritt oder ob sich Großbritanniens Regierung auf eine verlängerte Verhandlungsphase einlässt. Die deutschen Unternehmen müssen sich auf alle Szenarien einstellen und besonders für den schlimmsten Fall, den Austritt ohne Abkommen, Vorbereitungen treffen. Kein Zweifel besteht hingegen an der Tatsache, dass der Brexit in jedem Fall eine Verschlechterung der Handelsbeziehungen zum Vereinten Königreich bedeutet.

Für die deutsche Ernährungsindustrie ist Großbritannien der viertgrößte Exportmarkt. Ohne ein Austritts- oder Handelsabkommen ist mit einer Zolllast von 382,5 Millionen Euro pro Jahr – mehr als eine Million pro Tag – für die Unternehmen der deutschen Ernährungsindustrie zu rechnen. Die Belastung der Branche läge damit über dem gesamtwirtschaftlichen Mittel. Berechnungen des ifo-Institutes gehen in diesem Fall von einem Wertschöpfungsverlust von 0,8 Prozent aus. Das entspräche rund 360 Millionen Euro, die der Branche verloren gingen. Dabei sind die Teilbranchen der Ernährungsindustrie unterschiedlich schwer betroffen. Die Hersteller von Fleisch- und Milchprodukten trifft die größte Belastung. Die ersten Auswirkungen des anstehenden Brexit zeigten sich dabei bereits 2018. Der Export von Fleisch und Fleischprodukten nach Großbritannien belief sich auf 712,5 Millionen Euro, was einem Rückgang von 6,1 Prozent zu 2017 entspricht. Bei Milch und Milchprodukten gingen die Ausfuhren um 4,6 Prozent auf 391,9 Millionen Euro zurück.

Hinzu kommt ein gesteigerter Bürokratieaufwand, der insbesondere für kleinere und mittelständische Unternehmen zu einer Belastung wird. Je nach Verhandlungsausgang gilt Großbritannien nach dem Austritt als Drittland. Kleinere und mittelständische Unternehmen, die bisher noch keine Handelsbeziehungen mit einem Drittland hatten, sehen sich daher mit neuen Herausforderungen konfrontiert. In vielen Fällen sind ausgerechnet das die Unternehmen, die im harten Wettbewerb um die begrenzten Plätze auf den Listen des Einzelhandels auf das Auslandsgeschäft angewiesen sind, um dort mehr Umsatz zu erwirtschaften. Großunternehmen hingegen stehen vor neuen Herausforderungen, wenn sie britische Mitarbeiter beschäftigen oder Standorte in Großbritannien haben.

Aufgrund der Unsicherheiten über die weiteren Entwicklungen bei den Brexit-Verhandlungen teilt die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) die Empfehlung der EU Kommission und der Bundesregierung, sich als Unternehmen auf ein einen ungeregelten Brexit bestmöglich vorzubereiten. Mitglieder erhalten entsprechende Informationen und Hilfestellungen, um mehr Rechtssicherheit zu erlangen. Nach wie vor steht jedoch die Vermeidung eines Brexits ohne Abkommen sowie die Forderung weitreichender politischer Unterstützung – etwa in Form von einer unilateralen Schonfrist für die sensiblen Lebensmittelketten – im Fokus der BVE.