Krisenmanagement in der Ernährungsindustrie: Vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Behörden und Unternehmen stärken
Berlin, 29.01.2010Am 18. Januar 2010 fand in Berlin im Rahmen des BVE-Krisenmanagements die Seminarveranstaltung „Recht & Behörde“ statt.
In der von Dr. Michael Lendle, Geschäftsführer der AFC Risk & Crisis Consult GmbH, moderierten Veranstaltung erörterte RA Dr. Marcus Girnau vom Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde e. V. (BLL) in seinem Eröffnungsvortrag die essentielle Bedeutung eines präventiven und offenen Kontakts zwischen Unternehmen und den für sie zuständigen Behörden der Lebensmittelüberwachung. Darüber hinaus erläuterte er die Funktionen der BLL-Krisenmanager Datenbank, die sich seit 2006 zu einer zentralen Informationsplattform für die gesamte Lebensmittelwirtschaft entwickelt hat. Dr. Girnau stellte in seinem Beitrag zum „Verbraucherinformationsgesetz – aktueller Stand und Folgen“ fest, dass der Anspruch auf Informationszugang, der grundsätzlich nach in Kraft treten des Gesetzes am 1. Mai 2008 jeder Person zusteht, in erster Linie von NGO’s und Journalisten geltend gemacht wird.
Heidemarie Helmsmüller vom niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und ländliche Entwicklung verdeutlichte in ihrem Vortrag „Krisenmanagement – Rechtsvorgaben – Vorgehen der Behörden“, dass im Krisenfall die Lebensmittelunternehmen die eigentlichen Verantwortlichen sind und Behörden als Partner verstanden werden sollen. Sie erteilte der „Misstrauenskultur“ eine Absage und sprach sich für ein offenes, transparentes und vor allem gemeinsames Vorgehen von Verbraucherverbänden, Behörden und Wirtschaft aus.
In seinem Beitrag „Lebensmittelsicherheit in Europa – Schnellwarnsysteme“ stellte Dr. Jürgen Wallmann, Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) die europäischen und nationalen Meldesysteme zu Lebensmittel- und Produktsicherheit vor. Diese dienen primär der Überwachung und Information entlang der Supply Chain.
Frederick Köncke, AON Crisis Management, informierte in seinem Vortrag über die Möglichkeiten, produktbezogenen Risiken durch eine spezielle Produktschutzversicherung Rechnung zu tragen.
Rechtsanwalt Dr. Marcus Grube, Krell & Weyland Rechtsanwälte, beleuchtete in seinem Vortrag medien- und presserechtliche Aspekte im Rahmen von Produktkrisen. Er wies darauf hin, dass Unternehmen im Fall von unsachlichen und falschen Darstellungen nicht rechtlos sind. An Beispielen von NGO- und Verbraucher-Kampagnen und vergleichenden Produkttests zeigte er Möglichkeiten zivilrechtlicher Ansprüche in Form von Unterlassung, Gegendarstellung, Widerruf und Schadensersatz auf.
Die Diskussionen im Rahmen dieser Veranstaltung unterstrichen die Bedeutung eines funktionierenden Krisenmanagements für die Unternehmen der Ernährungsindustrie. Es wurde deutlich, dass es in Krisensituationen von unschätzbarem Vorteil ist, wenn man auf einen partnerschaftlichen Behördenkontakt und einen krisenerfahrenen Rechtsbeistand zurückgreifen kann, um unverzüglich die gebotenen Maßnahmen zur Schadensbegrenzung bzw. -minimierung vorzunehmen.
Als weitere Veranstaltungen im Rahmen des BVE-Krisenmanagements folgen in diesem Jahr am 11.05.2010 das Modul „Krisenmanagement und Kommunikation“ in Berlin und am 13.09.2010 das Modul „Verpackung – Migration & Deklaration“ in Düsseldorf.
Der Flyer mit dem Seminarprogramm 2010 steht hier zum Download für Sie bereit.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
RA Peter Feller
Tel.: +49 30 200786-160, -161
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