Japan – Ein Absatzmarkt mit Potential für deutsche Lebensmittel
Berlin, 29.01.2010Japan ist in vieler Hinsicht ein sehr anspruchsvoller Markt und birgt für qualitativ hochwertige deutsche Lebensmittel ein großes Potential. In dieser Einschätzung waren sich die Referenten des BVE - Länderpodiums „Japan – Ein wachsender Exportmarkt für deutsche Lebensmittel“, im Rahmen des Global Forum for Food and Agriculture, am 15. Januar 2010 in Berlin einig.
2008 wurden verarbeitete Lebensmittel und Getränke aus Deutschland im Wert von rund 200 Mio. € nach Japan exportiert. Dies ist gemessen am Gesamtumsatz aller Exporte der deutschen Ernährungsindustrie in Höhe von 41,4 Mrd. € (2008) ein vergleichsweise niedriger Wert. Berücksichtigt man jedoch das hohe Preisniveau in Japan, die niedrige Selbstversorgungsquote von nur knapp 40% sowie den Gesamtumsatz von ca. 240 Mrd. €, der jährlich im japanischen Lebensmitteleinzelhandel umgesetzt wird, werden die Potentiale für Unternehmen der Ernährungsindustrie deutlich. Insbesondere Käse, Milchprodukte, Süßwaren und Wein sind gefragte Exportgüter aus Deutschland.
In ihrer Begrüßungsansprache vermittelte die Parlamentarische Staatssekretärin Julia Klöckner den Teilnehmern des Japanpodiums die politischen Leitlinien des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) in der Exportförderung. Neben dem Haushaltsetat 2010 für Exportförderprojekte in Höhe von 7,5 Mio. € zeigt auch der BMELV-Aktionsplan zur Förderung der Agrar- und Ernährungswirtschaft die politische Bedeutung des Themas für das Bundesministerium. Zu den im Aktionsplan definierten Zielmärkten zählt auch Japan.
Einen aktuellen Überblick über den japanischen Markt vermittelte Dr. Jürgen Maurer (Germany Trade and Invest). Er betonte, dass sich das Einkaufsverhalten in Japan stark vom deutschen Einkaufsverhalten unterscheide. So werden Lebensmittel dort in kleineren Mengen verkauft. Zudem achtet der Verbraucher viel stärker auf eine ansprechende Verpackung und eine leichte Zubereitung der Mahlzeiten.
Neben den Startschwierigkeiten, die die Firma Carl Kühne KG in Japan zu meistern hatte, hob Christiane Wilkens Ripcke (Carl Kühne KG) in ihrem praxisorientierten Vortrag auch die Chancen eines Markteintritts in Japan hervor. Ihre Erfahrungen zeigen, dass nicht nur eine konstant hohe Qualität und eine hochwertige Verpackung der Produkte sondern auch der permanente Kontakt mit den Vertriebspartnern vor Ort eine wichtige Vorraussetzung für den Erfolg in Japan darstellt. Dieser Markt ist eine lohnende Herausforderung, auf dem man es allerdings ohne Zeit und Geduld nicht weit bringt, so ihr Fazit.
Nach den Ergebnissen einer von Tomoko Morimoto (Elfen Co., Ltd.) vorgestellten Umfrage, erfüllen deutsche Lebensmittel bei japanischen Verbrauchern das Image von hoher und stabiler Qualität. Bei großen Bevölkerungsteilen ist jedoch die Bekanntheit deutscher Lebensmittel noch weiter ausbaufähig. Vor allem Lebensmittel aus Italien und Frankreich sind den Japanern bislang ein Begriff. Deutsche Unternehmen stehen in Japan aktuell einem Informationsmangel über deutsche Küche und deutschem Essen gegenüber. Dieses Problem gilt es zu bewältigen, wenn man die Bekanntheit und somit die Nachfrage nach deutschen Lebensmitteln vergrößern möchte.
Praktische Tipps für einen Markteinstieg vermittelte Marcus Schürmann (DE International German Chamber of Commerce and Industry Japan) zum Abschluss des Japanpodiums. Neben Verbrauchertrends und erfolgreichen Beispielen deutscher Lebensmittel in Japan informierte er über alternative Markteintrittsstrategien und die individuelle Unterstützung, die die Unternehmen bei der Auslandshandelskammer in Anspruch nehmen können. Für ihn hängt der Erfolg in Japan nicht nur von einer sorgfältigen Vorbereitung ab sondern auch ganz besonders auch von einem erfahrenen Partner vor Ort, der die japanischen Vertriebswege versteht.
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