BVE und AFC veröffentlichen Studie zum Risiko- und Krisenmanagement in der deutschen Ernährungsindustrie 2009
Berlin, 11.12.2009Trotz umfangreicher Qualitätssicherungssysteme und stetig wachsender gesetzlicher Anforderungen belegen aktuelle Krisenfälle, dass auch namhafte Unternehmen nicht vor unvorhersehbaren Krisen geschützt sind. Nicht selten kann die Frage nach funktionsfähigen und auf das Unternehmen zugeschnittenen Risiko- und Krisenmanagementsystemen erst nach Eintreten der Krise beantwortet werden.
Die Auseinandersetzung mit dem Thema Risiko- und Krisenmanagement in Unternehmen der deutschen Ernährungsindustrie wurde von der AFC Risk & Crisis Consult GmbH in Zusammenarbeit mit der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie e. V. (BVE) untersucht. Die telefonische Studie richtete sich an 150 zufällig ausgewählte Verantwortliche der Top-1000-Unternehmen.
Die Befragungsergebnisse zeigen, dass die Hersteller als präventive Maßnahmen Systeme zur Qualitätssicherung bevorzugen. Die meist verwendeten Systeme sind dabei HACCP (Hazard Analysis and Critical Control Point) mit 89% und IFS (International Food Standard) mit 81%, gefolgt von ISO 9001 (48%), GMP (Good Manufacturing Practice) (38%) und QS-Siegel (31%).
Die Frage nach einem Krisenmanagementsystem im Unternehmen konnten 93% der Befragten bejahen. Kernelement bildete dabei das Krisenhandbuch (84%) mit einem Krisenablaufplan, einer Adressdatei externer Dienstleister, einer aktuellen Aufgabenverteilung im Krisenstab, einem Formblatt zur Reklamationserfassung sowie einer Adressdatei der Abnehmer und der zuständigen Behörden. Weniger ausgearbeitet scheint die Krisenkommunikation zu sein, denn nur 24% der Befragten verfügen über eine vorbereitete Pressemitteilung.
Die Ergebnisse der Studie belegen, dass mittlerweile die deutliche Mehrheit der Befragten das Thema Krisenmanagement sehr ernst nimmt. Zentrale Elemente des Risikomanagements werden dagegen häufig noch vernachlässigt. Es mangelt weiterhin in vielen Unternehmen an einer konsequenten Implementierung elementarer Instrumente. „Besonders die konkrete Analyse der einzelnen Risikofelder kommt in vielen Unternehmen zu kurz. Diese gilt jedoch als Basis für die Entwicklung eines zuverlässigen Risiko- und Krisenmanagements. Ansonsten laufen Unternehmen Gefahr in eine existenzbedrohende Situation zu geraten“, so Dr. Michael Lendle, Geschäftsführer der AFC Risk & Crisis Consult GmbH.
Die Studie steht hier zum Download für Sie bereit.
In diesem Zusammenhang möchten wir Sie auf unser nächstes Seminar des BVE-Krisenmanagements, das Modul „Recht & Behörde“ aufmerksam machen, welches am 18. Januar 2010 in Berlin stattfindet:
In Krisensituationen, in denen die Unbedenklichkeit von Nahrungsmitteln in Frage steht, können für die betroffenen Hersteller dieser Produkte vielfältige Handlungsanforderungen entstehen. Oftmals wird es erforderlich sein, eine Abstimmung mit den zuständigen Behörden der Lebensmittelüberwachung herbeizuführen. Regelmäßig stellen sich im Zusammenhang mit solchen Krisensituationen auch haftungsrechtliche und gelegentlich auch medienrechtliche Fragen, wenn eine unangemessene, die betroffenen Unternehmen zusätzlich belastende Berichterstattung in den Medien erfolgt. Darüber hinaus stellt sich schließlich die Frage, inwieweit es möglich ist, die potentiellen Risiken, die mit einer produktbezogenen Krise verbunden sind, durch einen Versicherungsschutz abzudecken.
Diese Fragestellungen werden unter anderem in der Seminarveranstaltung vertiefend erörtert.
Der Veranstaltungsflyer steht hier zum Download bereit.
Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:
RA Peter Feller
Tel.: +49 30 200786-160, -161
Fax.: +49 30 200786-260
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