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Klimaschutz und Ernährungswirtschaft

BVE spricht sich gegen CO2-Kennzeichnung von Lebensmitteln aus

Berlin, 25.01.2008

Im Rahmen einer von der Verbraucherzentrale Bundesverband veranstalteten Podiumsdiskussion zum Thema „Wie können Politik, Handel und Hersteller die Klimabilanz unserer Ernährung verbessern?“ hat sich BVE-Geschäftsführer Peter Feller gegen eine CO2-Kennzeichnung von Lebensmitteln ausgesprochen. In der Diskussion wies er darauf hin, dass auch die Ernährungsindustrie sich selbstverständlich den Herausforderungen des Klimawandels stelle und sich aktiv für die Reduktion von klimaschädlichen Treibhausgasen einsetzt. Bezogen auf den Gesamtlebenszyklus von Nahrungsmitteln sei der Anteil der Treibhausgasemissionen, der auf den Bereich der Lebensmittelproduktion entfällt, relativ gering. Erhebliche Anteile der Emissionen sind insbesondere der Landwirtschaft sowie den Bereichen Transport, Handel und Verpackung zuzuordnen. Alle Bereiche, die Bestandteil des Gesamtlebenszyklus von Lebensmitteln sind, d. h. Landwirtschaft, Ernährungs- und Verpackungsindustrie, Handel, Transport und Verbraucher, sollten analysiert und auf vertretbare Reduktionspotentiale untersucht werden.

Dabei verschließt sich die Ernährungsindustrie auch nicht einer Information der Verbraucher über klimarelevante Aspekte der Ernährung. Allerdings müssen entsprechende Maßnahmen erforderlich und der Kostenaufwand verhältnismäßig sein. Eine weitere Kennzeichnung von Produkten durch einen CO2-Label hält die BVE wegen eines unzureichenden Kosten-/Nutzenverhältnis ab. Der Kostenaufwand, der mit entsprechenden Erhebungen für eine CO2-Kennzeichnung versehen ist, wird nach Informationen aus Großbritannien, wo einzelne Handelsunternehmen bestimmte Produkte mit einem so genannten Carbon footprint versehen, in einer Größenordnung von rund 70 T€ pro Produkt taxiert. Ein derartiger Aufwand ist insbesondere den kleinen und mittleren Unternehmen der Branche nicht zuzumuten. Außerdem muss aufgrund der bekannten Verbrauchergewohnheiten davon ausgegangen werden, dass sich der größte Teil der Konsumenten von einer Kennzeichnung auf der Verpackung nicht wesentlich leiten lassen. Eine über eine sachliche Information hinausgehende zielgerichtete Beeinflussung der Verbraucher hin zum Konsum so genannter „Grüner“ Produkte, wie sie von Teilen der EU-Kommission vorgesehen wird, lehnt die BVE kategorisch ab.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

RA Peter Feller
Tel.: +49 30 200786-160, -161
Fax.: +49 30 200786-260
pfeller@bve-online.de

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