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„Die Ernährungsindustrie ist eine herausfordernde und innovative Branche“

Jürgen Abraham auf dem IHK-Forum Cloppenburg

Berlin, 07.09.2007

Der Mittelstand stellt das Rückgrat der deutschen Wirtschaft dar: 99,7% aller Unternehmer, 40% aller Umsätze, 71% der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze und 83% der beruflichen Ausbildung in Deutschland. Beim ersten IHK-Forum in Cloppenburg, das unter dem Motto „Chance Unternehmen – gründen, wachsen, sichern“ stand, betonte BVE-Vorsitzender Jürgen Abraham die besondere Bedeutung der mittelständischen Industrie in Deutschland.

Abraham hob insbesondere die Bedeutung der mittelständisch geprägten Ernährungsindustrie in Deutschland hervor, die gemessen am Umsatz die fünftgrößte und im Hinblick auf die Zahl der Beschäftigten die drittwichtigste Industriebranche in Deutschland ist.

Unternehmensgründungen und junge Unternehmen sind für die Volkswirtschaft von großer Bedeutung, so Abraham, da sie sich stimulierend auf Wettbewerb und strukturellen Wandel auswirken. Er betonte, dass die Kultur der Selbständigkeit in Deutschland nicht hinreichend entwickelt sei. In vielen Bereichen der Gesellschaft, nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Politik und der Wissenschaft, wird lediglich mit gedrosseltem Tempo gefahren. Abraham ist überzeugt, dass hier vielmehr Fahrt gemacht werden könnte und müsste. Staatliche Förderpolitik sollte so ausgerichtet werden, dass alle diejenigen, die geeignet sind, ein Unternehmen zu gründen und zu führen, und dies wollen, nicht an der Finanzierung scheitern.

In seinen Erläuterungen zu den Spezifika der Ernährungsbranche wies Abraham darauf hin, dass der deutsche Lebensmittelmarkt durch eine intensive Konkurrenzsituation geprägt sei. Der Export sei auch in dieser Branche mittlerweile von wesentlicher Bedeutung. Er wies darauf hin, dass es trotz angespannter Wettbewerbslage auch auf dem deutschen Lebensmittelmarkt Sortimente gibt, die ein überproportionales Wachstum ermöglichen. Er wies hierbei insbesondere auf Produkte hin, die für Wellness, Genuss und Convenience stehen. Kritik äußerte er insbesondere daran, dass Lebensmittel oder so genannte Lebensmittelskandale von den Medien oftmals in reißerischer und populistischer Weise behandelt werden.

Als bedenklich beurteilt BVE-Vorsitzende die Rohstoffsituation in der Ernährungsindustrie. Eine zunehmende Rohstoffverknappung sei festzustellen, die die gesamten Branchen der Ernährungsindustrie betrifft. Ernteausfälle, eine ständig wachsende Weltbevölkerung sowie der zunehmende Konsum von Fleisch und Milchprodukten in Asien hätten zu signifikanten Preissteigerungen geführt. Hinzu komme der zunehmende Einsatz von landwirtschaftlichen Rohstoffen zur Erzeugung von Bioenergie, der sehr kritisch hinterfragt werden müsse.

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RA Peter Feller
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