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Exportklima steigt weiter – Ernährungsindustrie betrachtet Brexit mit Sorge

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BVE-Jahresbericht 2015

06.05.2015

Moderne und nachhaltige Lebensmittelproduktion stärken

In einer sich schnell verändernden Welt sehnen sich dieVerbraucher nach dem Vertrauten und dem Ursprünglichen – aber auch dem Neuen, Convenienten und Exotischen. Und so werden Ernährungsgewohnheiten immer individueller. Leben die einen nur noch auf Verzicht – ohne Laktose, Gluten, Zusatzstoffe, Histamin, Zucker, Fruktose und Gentechnik – leben die anderen auf Genuss. Kauft der eine auch ohne diagnostizierte Unverträglichkeit gerne „frei von“-Produkte, kümmert dies den anderen trotz medialer Einwirkung nicht.

Hersteller können sich also nicht auf einen Trend allein beschränken. Ihre Produkte müssen die immer individuelleren Ansprüche der Verbraucher erfüllen. Und so wird das Lebensmittel zum Allround-Talent: Schmackhaft, hochwertig, sicher, vielfältig, schnell, ausreichend verfügbar und nachhaltig soll es sein.

Die Ernährungsindustrie nähert sich dieser Quadratur des Kreises jeden Tag aufs Neue. 170.000 Nahrungsmittel für jeden Lebensstil, jede Haushaltsgröße, jede Religion und Vorstellung wird zu günstigen Preisen angeboten. Jeder kann sich ernähren, wie er möchte.

Binsenweisheit ist: Gegessen und getrunken wird immer. Eine hohe Preissensibilität und eine sinkende Mengennachfrage im Inland, hohe Rohstoff- und Personalkosten und intensiver Wettbewerb auf Hersteller- und Handelsseite sind die Rahmenbedingungen. Deshalb suchen viele Unternehmen alternative Absatzwege im Exportgeschäft.

Vor diesem Hintergrund fordern wir von der Politik ein klares Bekenntnis zur modernen Lebensmittelproduktion und zum Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Ernährungsindustrie. Dazu gehören das Verhindern weiterer Kostenbelastungen, das Senken des Regulierungsdrucks und die praktikable Gestaltung von bürokratieaufwand. Die Erschließung neuer Absatzmärkte und der Abbau von Handelshemmnissen müssen vorangetrieben, die richtigen Voraussetzungen für notwendige Investitionen und Innovationen geschaffen und neue Wertschöpfungspotenziale im Inland erschlossen werden.

Diese Forderungen sowie die oben genannten Leistungen der Branche müssen mit starker Stimme von einer kompetenten und leistungsfähigen Interessenvertretung kommuniziert werden. Die BVE hat diese Rolle im Jahresverlauf 2014/2015 mit Erfolg erfüllt. Sie hat ihr Profil weiter geschärft und ist in der Öffentlichkeit wahrnehmbarer geworden. Alle wesentlichen Themen, ob Freihandelsabkommen oder EEG-Novelle, wurden in vielfältiger Weise aufgegriffen und im Sinne der Branche argumentiert. Dies hat dazu geführt, dass die BVE als Interessenvertretung der Ernährungsindustrie in branchenübergreifende Angelegenheiten anerkannt ist wie selten zuvor. Diesen Weg gilt es konsequent fortzusetzen und die Schlagkraft des Spitzenverbandes zu optimieren.