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Private Label weiter ein internationales Wachstumssegment
Erfolgreiche BVE - Informationsveranstaltung am 16. Juni 2010
25.06.2010, Berlin
„Handelsmarken sind bisher vor allem ein Thema der „reifen“ Märkte und beim Reifegrad der Märkte ist ein Nord - Süd sowie ein West - Ost - Gefälle erkennbar“, erläuterte Susanne Eichholz-Klein (BBE Retail Experts) die Struktur des Private-Label-Marktes in Europa auf der BVE - Informationsveranstaltung „Private Label und IFS Food“ am 16. Juni 2010 in Berlin. Potentiale für weiteres Wachstum von Handelsmarken ergeben sich laut BBE zukünftig vor allem in Osteuropa sowie in bislang noch weniger entwickelten Handelslandschaften.
„Weltweit nimmt die Zahl der Produktinnovationen bei Handelsmarken zu, was vor allem auf das hohe Vertrauen der Verbraucher in Private Label Produkte zurückzuführen ist“, so Lu Ann Williams (Innova Market, Insights). Handelsmarken folgen den gleichen Trends wie Markenprodukte. Gesundheit, weniger Zusatzstoffe, klare Produktkennzeichnungen sowie frische, saisonale und regionale Produkte sind über alle Kategorien hinweg wichtige, von den Verbrauchern nachgefragte Produktmerkmale. „Dass der Abstand zwischen Handelsmarken und Markenprodukten kontinuierlich schrumpft ist bekannt. Dass in einigen Fällen die Handelsmarke jedoch das Markenprodukt in Qualität und Geschmack bereits übertroffen hat ist neu und wird zukünftig bei der Positionierung von Markenprodukten eine besondere Rolle spielen“, erwartet die Handelsmarkenexpertin.
Der IFS Food Standard ist europaweit der etablierte Standard, um Handelsunternehmen mit Handelsmarken beliefern zu können. Er ist Lebensmittelsicherheits- und Qualitätsstandard in einem. „Der IFS Food findet heute bereits in 90 Ländern der Welt Anwendung“, so Stephan Tromp (HDE Handelsverband Deutschland), der den IFS detailliert vorstellte. Aus einer von IFS in Auftrag gegebenen Effizienzstudie geht hervor, dass 55% der befragten Unternehmen durch die Einführung des IFS Food in ihrem Unternehmen eine Umsatzsteigerung bis zu 10% erzielen konnten.
Durch die Einführung des IFS Integrity Programms im Juli 2010 sollen die Umsetzung des Standards in der Praxis noch stärker überprüft und konkrete und effiziente Abläufe des Beschwerdemanagement definiert werden. Investigation Audits zur Feststellung der Ursache einer Beschwerde sowie zusätzliche Surveillance Audits zur Qualitätssicherung, sollen zukünftig gerechtfertigte Beschwerden gegen Hersteller und Auditoren schneller und einfacher ans Licht bringen und durch vordefinierte Sanktionen ahnden.
Für die anstehende IFS Food Version 6 fordert die Ernährungsindustrie noch stärker als sonst beteiligt zu werden. „Es ist Wille und Ziel des Handels, die Industrie stärker in die Weiterentwicklung des Standards einzubeziehen. Der Review Prozess ist für Herbst 2010 geplant. Bis dahin werden Überlegungen angestellt, wie eine engere Zusammenarbeit zwischen Handel und Industrie aussehen könnte“, kündigte Stephan Tromp an.
„Das ist ein klares Signal des Handels an die Industrie“, so Dr. Sabine Eichner Lisboa (Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie). „Wir sind an einem guten Dialog und praktikablen Ergebnissen interessiert und sehen diese Veranstaltung als Auftakt für weitere Aktivitäten zum Thema Private Label und IFS Food.“