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Nachhaltig erzeugte Ölsaaten heute schon weitgehend Standard – BVE gegen Aussetzung der Anrechnung auf Biodieselquote
10.10.2008, Berlin
In einem gemeinsamen Positionspapier haben sich die BVE und mehrere ihrer Mitgliedsverbände dagegen ausgesprochen, dass Biokraftstoffe auf Basis von Palm- und Sojaöl nach einem Gesetzentwurf des Bundesumweltministeriums bis auf weiteres nicht mehr auf die gesetzliche Mindestquote von Biodiesel in Höhe von 4,4% angerechnet werden können. Der Entwurf zur Novelle des Bundes-Immissionsschutz- bzw. Biokraftstoffquotengesetz sieht diese Beschränkung bis zur Verabschiedung einer Nachhaltigkeitsverordnung vor.
Die Verbände weisen in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass Nachhaltigkeitsbelangen bei der Herstellung von Palm- und Sojaölen in Deutschland bereits Rechnung getragen wird. Seit rund 25 Jahren importiert die EU kontinuierlich ca. 16 Mio. Tonnen Sojabohnen, um die Versorgung der Futtermittelmärkte mit Proteinen sicherzustellen, wobei Sojaöl als so genanntes Koppelprodukt entsteht. Rund 3 bis 4 Mio. Tonnen davon entfallen auf Deutschland. Diese Mengen werden ausschließlich aus den USA sowie Brasilien bezogen. Durch die dortigen Produktionsstandards bzw. eine Absprache mit der brasilianischen Regierung ist gewährleistet, dass die Liefermengen aus einem nachhaltigen Anbau stammen.
Dies gilt auch beim Bezug von Palmöl. Durch ihre Einbindung in den auf Initiative des WWF in 2003 gegründeten Roundtable on Sustainable Palm Oil ist sichergestellt, dass die Unternehmen der ölsaatenverarbeitenden Industrie in Deutschland zukünftig lediglich zertifizierte Ölsaaten verarbeiten, für die beispielsweise kein Regenwald gerodet worden ist.
Die Verbände weisen sie in ihrem Positionspapier auch darauf hin, dass die bisherigen Teilmengen an Palm- und Sojaölen bei einer Verabschiedung des vorliegenden Gesetzentwurfs durch Rapsöl ersetzt werden müssten. Die daraus resultierende zusätzliche Nachfrage würde unweigerlich zu einer weiteren Verteuerung von Rapsöl führen, das im Vergleich dieser drei Pflanzenöle ohnehin den höchsten Preis aufweist. Weitere Preissteigerungen für die Verbraucher wären dann nicht auszuschließen.