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Konsumstimmung drückt auf Besucherzahlen im Außer-Haus-Markt
26.09.2008, Berlin
Entgegen den von der Presse gemeldeten rückläufigen Tendenzen im Außer-Haus-Markt im 2. Quartal 2008 belegt die von der ZMP neu herausgegebene Studie „Der Außer-Haus-Markt – Strukturen der kommerziellen Gastronomie und Arbeitsplatzverpflegung“, dass dieses Marktsegment in 2007 hinsichtlich Umsatz und Besucherzahlen durchweg noch positive Wachstumsraten zu verzeichnen hatte.
So wuchs in 2007 der Gesamtumsatz im Außer-Haus-Bereich auf etwa 44 Mrd. Euro. Dies ist ein Plus von 3% im Vergleich zum Vorjahr. Diese positive Entwicklung lässt sich zurückführen auf den zunehmenden Wandel von Lebens- und Arbeitsgewohnheiten in Deutschland sowie auf die höheren Preise infolge der Mehrwertsteuererhöhung. Auch die Besucherzahlen entwickelten sich in 2007 positiv. Sie stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 0,7% auf über 7 Mrd. Besuche. Dieser Zuwachs ist im Jahresvergleich als durchaus „normal“ zu bewerten, wuchs die Zahl der Besuche doch nur in 2006 mit +1,8% noch stärker.
Aus der ZMP-Studie, die sich mit der Marktentwicklung zwischen den Jahren 2003 und 2007 befasst geht hervor, dass die Verteilung der Umsatzanteile der vier Teilmärkte in den letzten 5 unverändert geblieben ist. Die Bedienungsgastronomie war und ist das ausgabestärkste Segment, gefolgt vom Quickservicebereich, der Arbeits- und Ausbildungsplatzverpflegung und der Erlebnisgastronomie. Bei der Marktstruktur nach Besuchen bleiben die Schnellrestaurants weiterhin führend, dicht gefolgt der Arbeits- und Ausbildungsplatzverpflegung, der Bedienungsgastronomie und der Erlebnisgastronomie.
Es wird deutlich, dass vor allem die kommerzielle Gastronomie mit Bedienung länger gebraucht hat, um sich von dem großen Besucherschwund, ausgelöst durch die Euro-Einführung in 2002 zu erholen. Während Schnellrestaurants und Erlebnisgastronomie immerhin im Jahr 2005 wieder zulegen konnten, vermochten Restaurants mit Bedienung erst 2006 das Blatt zu wenden. Einzig und alleine nicht betroffen vom Besucher-rückgang nach der Euro-Einführung war die Arbeits- und Ausbildungsplatzverpflegung.
Durchweg positiv entwickelte sich im langfristigen Vergleich nur der Quickservicebereich. Insbesondere die Burgergastronomie, der Bäckerimbiss und die Coffee Bars haben im Vergleich der Jahre 2000 zu 2007 steigende Umsätze und Besucherzahlen zu verzeichnen. Diese 3 Bereiche punkten mit günstigen Preisen und einem zunehmenden Sortiment an Snacks und Convenience-Produkten. Zwei Trends, die im Außer-Haus-Markt starken Anklang bei den Konsumenten finden.
Zwar verbuchten die einzelnen Segmente im Außer-Haus-Markt auch im zweiten Quartal 2008 noch eine Umsatzsteigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum, verloren dafür aber erstmalig in der Gesamtsumme an Besuchen. Ursache für den Besucherrückgang um durchschnittlich 1% sind die gestiegenen Preise und eine schwächere Konsumstimmung. Dabei wiegen die Verluste in der Erlebnisgastronomie, zusätzlich gezeichnet durch das Rauchverbot und das im Vergleich zu anderen Jahren nicht so gute Wetter, mit -2,3 % am stärksten. Positiv auf den Umsatz im 2. Quartal 2008 wirkten sich die im Zeitvergleich gestiegenen Durchschnittsausgaben pro Besuch aus. Der Umsatzzuwachs von fast 2% ist teilweise auf die Preiserhöhungen für Lebensmittel zurückzuführen.
Inwieweit das 2. Quartal 2008 eine Trendwende im Außer-Haus-Markt eingeläutet hat und welchen Einfluss diese Zahlen auf das Ganzjahresergebnis haben werden bleibt jedoch abzuwarten.
Für die BVE sind die Potentiale im Außer-Haus-Markt noch nicht ausgeschöpft. Das „Essen außer Haus“ wird auch in Zukunft weiterhin zunehmen. Dies wurde letzte Woche auch im Rahmen der Sitzung des BVE - Arbeitskreises Food Service deutlich, in welchem sich Experten der Branche über konkrete Absatzpotenziale im internationalen Außer-Haus-Markt austauschten. Ziel der BVE ist es, mit diesem Arbeitskreis diesen für die Ernährungsindustrie zweitgrößten Absatzkanal aktiv zu fördern und den Entscheidungsträgern der Branche eine Plattform zu bieten, um sich über aktuelle Entwicklungen und Trends auszutauschen.
Die ZMP-Studie hat einen Umfang von ca. 100 Seiten mit zahlreichen Grafiken und Tabellen, Preis: 129,- Euro zu bestellen über:
www.zmp.de