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Ernährungsindustrie kämpft weiter mit steigenden Rohstoffkosten
22.08.2008, Berlin
Der Index der Erzeugerpreise gewerblicher Produkte lag nach Mitteilung des Statistischen Bundesamtes im Juli 2008 um 8,9% höher als im Juli 2007. Das ist die höchste Teuerungsrate seit Oktober 1981 und bestätigt damit die inflationären Tendenzen der kürzlich veröffentlichten Großhandels- und Verbraucherpreise.
Wie schon in den vergangenen Monaten hatten die Preise für Energie (+24,5%) den höchsten Einfluss auf die Erzeugerpreise.
Die Erzeugerpreise für Nahrungsmittel und Getränke lagen im Juli 2008 um 8,5% höher als im Vorjahresmonat. Das entspricht einer Preissteigerung von 0,5% gegenüber Juni 2008. Den höchsten Anstieg auf Jahressicht wiesen die Preise für pflanzliche und tierische Öle und Fette (+41,3%) auf, gegenüber Juni 2008 sanken sie aber um 1,9%. Teigwaren kosteten im Vorjahresvergleich 35,3% mehr (+ 11,4% gegenüber Juni 2008). Die Preise für Käse und Quark stiegen um 17,7% (+ 0,7% gegenüber Juni 2008), für Fleisch um 11,3% (+ 1,7% gegenüber Juni 2008). Milch und Milcherzeugnisse waren um 10,9% teurer als im Juli 2007 (+ 1,6% gegenüber Juni 2008), Backwaren um 7,5% (– 0,2% gegenüber Juni 2008).
Der Erzeugerpreisindex misst Preisänderungen in einer frühen Phase des Wirtschaftsprozesses und kann deshalb als Indikator für zukünftige Inflationstendenzen angesehen werden. Die Entwicklung der Erzeugerpreise in der Ernährungsindustrie lässt daher erwarten, dass sich die Verbraucher auch in den nächsten Monaten auf steigende Preise für Nahrungsmittel und Getränke einstellen müssen. Im europäischen Vergleich fielen die Teuerungsraten jedoch unterdurchschnittlich aus, so dass das Preisniveau bei Nahrungsmitteln in Deutschland weiterhin vergleichsweise niedrig ist.