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Preise erneut stark gestiegen
15.08.2008, Berlin
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, ist der Verbraucherpreisindex für Deutschland im Juli 2008 gegenüber Juli 2007 um 3,3% gestiegen. Die Inflationsrate war somit wie schon im Juni auf ihrem höchsten Stand seit fast 15 Jahren. Verantwortlich hierfür ist im Wesentlichen der Preisanstieg bei Verbrauchsgütern (+ 8,2%) – die Preise für Energie (+ 15,1%) und Nahrungsmittel (+ 8,0%) lagen im Juli 2008 weit über dem Vorjahresmonat und erklären gut zwei Drittel der gesamten Preissteigerungsrate.
Unter den Nahrungsmitteln waren Molkereiprodukte und Eier erheblich teurer als ein Jahr zuvor (+ 18,0%; darunter Quark: + 28,4%; Schnittkäse: + 27,1% und Joghurt: + 16,9%), gefolgt von Speisefetten und -ölen (+ 17,0%; darunter Pflanzenöl: + 29,9% und Butter: + 13,2%) sowie Brot und Getreideerzeugnissen (+ 9,1%; darunter Nudeln: + 28,8% und Brötchen: + 9,1%). Deutlich teurer geworden ist im Juli 2008 auch die Tafel Schokolade (+ 14,6% gegenüber Juli 2007) wohingegen bei Fisch und Fischwaren (+ 1,4%) unterdurchschnittliche Preiserhöhungen zu verzeichnen waren. Typisch für diese Jahreszeit ist der saisonbedingte Preisrückgang bei einigen Gemüsesorten.
Die hohen Preissteigerungsraten bei Lebensmitteln sind eine notwendige Folge der gestiegenen Rohstoff- und Energiepreise. Dennoch bleibt das Preisniveau deutscher Nahrungsmittel im europäischen Vergleich weiter niedrig. Wie die Entwicklung der Großhandelsverkaufspreise zeigt, müssen die Verbraucher auch in den nächsten Monaten mit Preissteigerungen rechnen. Auf Großhandelsebene stiegen die Preise für Getreide, Saaten und Futtermittel im Juli 2008 um 18,2% gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch bei Obst, Gemüse und Kartoffeln waren gegenüber Juli 2007 Preissteigerungen im Großhandel zu beobachten (+ 13,3%). Milch, Milcherzeugnisse, Eier, Speiseöle und Nahrungsfette waren um 13,2% teurer als im Vorjahr. Insgesamt lag der Index der Großhandelsverkaufspreise im Juli 2008 um 9,9% über dem Vorjahresstand. Bei einigen Lebensmitteln ist trotz der hohen jährlichen Teuerungsraten auf Monatssicht eine preisliche Entspannung gegenüber den Monaten Mai und Juni 2008 zu beobachten – mittelfristig werden die Preissteigerungsraten somit wieder geringer ausfallen, wenn der Basiseffekt zum Tragen kommt.