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Bericht der Bundesregierung zur globalen Ernährungssicherung

27.06.2008, Berlin
Durch den Anstieg der globalen Nahrungsmittelpreise in den letzten Monaten hat sich die Ernährungssituation in den Entwicklungsländern teilweise dramatisch verschlechtert. Der gleichzeitig rapide Anstieg der Rohölpreise hat diese Situation verschärft.

Vor diesem Hintergrund hat das Bundeskabinett im April des Jahres eine hochrangige Arbeitsgruppe zur Frage der Welternährungslage eingerichtet, die nunmehr ihren Bericht vorgelegt hat.

Nach dem Ergebnis des Berichts sind die Ursachen des Preisanstiegs vielfältig. Hierzu zählen unter anderem das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum in den Entwicklungs- und insbesondere in den Schwellenländern sowie deren veränderte Ernährungsgewohnheiten. Eine Rolle spielen steigende Rohölpreise ebenso wie die weltweit zunehmende Produktion von Biokraftstoffen und Ernteausfälle großer Exportländer. Ausfuhrbeschränkungen einiger Regierungen, die damit auf rasch steigende Nahrungsmittelpreise reagiert haben, sowie Finanzspekulationen verschärfen die Situation zusätzlich. Im Kern liegt die Ursache aber in der langjährigen Vernachlässigung des Agrarsektors und der ländlichen Entwicklung in vielen Entwicklungsländern.

Aus Sicht der Bundesregierung sollten Sofortmaßnahmen wie Nahrungsmittelhilfe einhergehen mit Maßnahmen, um die Produktivität in der Landwirtschaft zu steigern. Hierzu zählen unter anderem die Intensivierung der Agrarforschung, die Bekämpfung der Armut und der Abschluss der Welthandelsrunde. Für die Bioenergie fordert die Bundesregierung verbindliche Nachhaltigkeitsstandards zu vereinbaren sowie die Forschung und Entwicklung von Biokraftstoffen der 2. Generation zu intensivieren. In dem Reststoffe, die nicht für Nahrungszwecke gebraucht werden, verwertet werden, entsteht weniger Konkurrenz zum Anbau von Nahrungspflanzen. Wenn Konflikte zwischen Bioenergie- und Nahrungsmittelerzeugung nicht auszuräumen sind, hat die Ernährungssicherung Vorrang.

Die Bundesregierung wird ihre Vorschläge in die aktuelle Sitzung des Europäischen Rates sowie dem bevorstehenden G8-Gipfel in Japan einbringen.

Hier der Bericht der Bundesregierung zur globalen Ernährungssicherung.