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11.05.2012, Berlin

BVE-Konjunkturreport April 2012

Im Februar 2012 konnte die Ernährungsindustrie ihren Umsatz gegenüber dem...
09.05.2012, Berlin

BVE-Jahresbericht 2011_2012: Mehr Wertschätzung für Lebensmittel - und für die Ernährungsindustrie

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11
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Abendempfang Außenwirtschaftstag der Agrar- und Ernährungswirtschaft

Gemeinsame Veranstaltung von BVE, BMELV und dem Auswärtigen Amt

Pressekonferenz INTERNORGA 2008: Kantinenessen macht fit

Betriebsgastronomie setzt Maßstäbe für gesunde Ernährung und ist wirtschaftlich erfolgreich

07.03.2008, Hamburg
Laut einer aktuellen Studie lassen 14% der deutschen Arbeitnehmer das Mittagessen komplett ausfallen, 29% verbringen ihre Mittagspause am Schreibtisch. Lediglich 32% gönnen sich eine Mittagspause. Ernährungsexperten warnen immer wieder vor dem Auslassen einer Mittagspause und dem „Nebenbei-Essen“. Beides führt zu einer reduzierten Leistungsfähigkeit, oft wird auf diese Weise auch zu schnell und zu einseitig gegessen.

Die Betriebsgastronomie stellt sicher, dass die Mitarbeiter eine ausgewogene Mahlzeit zu sich nehmen können – aber nur 32% der Erwerbstätigen nehmen an einer Betriebsverpflegung teil. Das zahlt sich aus, wie zahlreiche Studien beweisen: statt hungrigen Mägen und "Nachmittagstief" werden Leistungsfähigkeit und Konzentration der Mitarbeiter gestärkt.

Betriebsrestaurants – ein wichtiger Kunde für die Ernährungsindustrie


Für die Ernährungsindustrie stellt die Betriebsverpflegung einen wichtigen Absatzweg dar. 2007 wurde in den 10.200 Betriebsrestaurants und Cateringunternehmen ein Umsatz von rund 5,5 Mrd. Euro generiert. Das entspricht einem Zuwachs von 3% gegenüber 2006.

Im gesamten Außer-Haus-Markt (ohne Sozialverpflegung) wurde 2007 ein Umsatz von 44 Mrd. Euro erzielt; die Arbeitsplatzverpflegung hatte daran einen Anteil von 12,6%. Daraus wird deutlich, dass der Absatz von Lebensmitteln über die gastronomischen Branchen für die Ernährungsindustrie von hoher Bedeutung ist.

2,3 Mrd. Besuche verzeichnet die Betriebsgastronomie pro Jahr, die Gäste essen im Durchschnitt 13 Mal im Monat in der Kantine. Darin liegen Chancen, weil die Besuchsintensität und die Neukundengewinnung noch gesteigert werden können. Daraus ergeben sich aber auch besondere Anforderungen an das Speisenangebot.

Vielfalt und Flexibilität im Speisenangebot wichtig


Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Mitarbeiter auch künftig gerne und häufiger die Angebote der Betriebsverpflegung nutzen? Erfolgsfaktoren sind guter Geschmack, hohe Qualität und angemessener Preis. Außerdem sollte das Angebot den Kunden möglichst viel Freiheit bieten bei der Auswahl und Zusammenstellung der Speisen und Getränke.

Da die Betriebskantinen von unterschiedlichen Berufsgruppen genutzt werden, liegen die Bedürfnisse der Gäste häufig weit auseinander. Eine gute Betriebsverpflegung sollte daher die Erfüllung arbeitsplatzspezifischer Bedürfnisse und individueller Vorlieben ermöglichen. Büroangestellte haben andere Anforderungen als Fabrikarbeiter mit Blick auf die Energie- und Nährstoffzufuhr.

Qualitätsstandards dürfen nicht zu „Einheitsbrei“ führen


Diesem Aspekt muss auch Rechnung getragen werden, wenn es um die Erarbeitung von Qualitätsstandards für Betriebsrestaurants geht, wie sie zur Zeit von der DGE – Deutsche Gesellschaft für Ernährung erarbeitet werden. Hier ist mit Augenmass vorzugehen. Standards können die Qualität eines Angebots unterstützen, sie dürfen aber nicht zu Unflexibilität und zu „Einheitsbrei“ führen. Pauschale Hinweise sind nicht zielführend und ignorieren die individuelle Nachfrage. Die Aufklärung der Gäste über eine ausgewogene Ernährung und einen gesunden, aktiven Lebensstil bildet eine weitere wichtige Grundlage für neue Ansätze in der Betriebsverpflegung.

Die wirtschaftliche Realität in den Kantinen muss bei der Formulierung von Standards ausreichend berücksichtigt sein. Die Nachfrage der Gäste entscheidet letztlich über die Existenz einer Betriebskantine. Das Angebot darf deshalb nicht am Bedarf und den Wünschen der Gäste vorbeigehen – in erster Linie muss es schmecken!

Auch Süßes gehört dazu


Essen muss manchmal auch motivieren. Das gilt ganz besonders für den Kantinenbereich. Kuchen, Süßigkeiten und Knabbereien nicht im Angebot zu haben und diese in Maßen in den Speiseplan einzubauen wäre ein realitätsferner Ansatz und auch ernährungsphysiologisch nicht sinnvoll. Süße Snacks sind für viele Arbeitnehmer eine genussvolle, willkommene Abwechslung und werden als motivierend und stimmungsaufhellend empfunden.

Regelmäßiges und ausreichendes Trinken ist für die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter unverzichtbar. Getränke sollten in einer Vielfalt angeboten werden, die es jedem ermöglicht, das Beste für sich persönlich zu wählen. Eine generelle Ablehnung von zuckerhaltigen Getränken ist wissenschaftlich nicht begründbar.

Convenienceprodukte erhöhen Qualität und Angebotsvielfalt


Kriterien wie Qualität, Vielfalt, Ausgewogenheit und Geschmack müssen bei einem Verpflegungsangebot ganz vorne stehen, jedoch sind zeitliche und personelle Kapazitäten in Kantinen oft knapp. Hier bietet die Ernährungsindustrie mit einer breiten Palette von Tiefkühl- und Convenienceprodukten Lösungen, wie den vielfältigen Ansprüchen Rechnung getragen werden kann.

Gerade in kleinen Kantinen kann durch den Einsatz von Convenience- und Tiefkühlprodukten eine größere Auswahl an Gerichten überhaupt erst zu wirtschaftlichen Bedingungen angeboten werden. Die Entscheider in den Küchen wünschen sich daher von der Ernährungsindustrie nicht nur neue Produkte mit verbessertem Geschmack, Optik und Zubereitungssicherheit, sondern achten gleichzeitig auf niedrigere Kosten bei konstanter Qualität.

Preisschwellen bei den Gästen beachten


Kantinen sind betriebswirtschaftliche Einheiten, die auch wirtschaftlich arbeiten müssen. Dies muss bei Forderungen nach höheren Standards und Zertifizierung auch berücksichtigt werden. Seit Jahren werden Subventionen von Betriebsrestaurants abgebaut. Zudem liegen die Preisschwellen in der Betriebsgastronomie deutlich unter denen der kommerziellen Gastronomie.

Rohstoffpreise belasten Ernährungsindustrie


In dieser Situation machen die steigenden Rohstoffpreise für Lebensmittel auch der Betriebsgastronomie zu schaffen. Die Ernährungsindustrie muss die seit rd. zwei Jahren stark angestiegenen Preise für wichtige Agrarrohstoffe wie Getreide, Öle und Fette, Milch und Futtermittel auch an ihre Abnehmer in der Gastronomie weitergeben.

Die Ursachen für den Preisanstieg sind hinreichend bekannt: hohe Nachfrage aus den Schwellenländern durch Bevölkerungswachstum und veränderte Konsumgewohnheiten, Konkurrenz um begrenzte Anbauflächen zwischen den Nahrungsmitteln und Bioenergie sowie klimatische Einflüsse. Die Ernährungsindustrie verfolgt diese Entwicklung mit großer Sorge; sie geht aber gleichzeitig davon aus, dass dieser Preistrend in den nächsten Jahren anhalten wird. Auch für die Betriebsgastronomie werden Anpassungen in den Abgabepreisen unvermeidlich sein.